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Vortrag: „Crossing the Line“ – Performancekunst, Feminismus und der „ekelhafte“ Körper“

4. Juli von 17:30 - 22:30


wir von der Fachgruppe des Institutes für Kunstgeschichte der Universität Stuttgart möchten Euch ganz herzlich zum Vortrag von Frau Dr. Anja Foerschner „Crossing the Line“: Performancekunst, Feminismus und der „ekelhafte“ Körper“ am Mittwoch, den 4. Juli 2018 um 17:30 Uhr in M17.52 (KII) einladen.

„Crossing the Line“: Performancekunst, Feminismus und der “ekelhafte” Körper

Seit den 1960er Jahren ist der weibliche Körper zentrales Medium in der feministischen Befragung feststehender gesellschaftlicher und kultureller Normen geworden. Mittels drastischer Verhandlung seiner physischen und psychischen Grenzen wird der Körper, insbesondere im Bereich der Performancekunst, in einer Weise aktiviert und politisiert, welche den Limitationen und Wahrnehmungstraditionen unseres gesellschaftlichen Umfelds zuwiderläuft. In dieser Tradition wird der ideale weibliche Körper stets als skulpturales, passives Objekt konzipiert – eine Form, der die „aktivierten“, als biologische Entitäten erkennbaren Körper in den Werken Carolee Schneemanns, Elke Krystufeks, Karen Finleys oder Marta Jovanovics entgegenstehen.

Dieser Vortrag zeigt die unterschiedlichen, konkreten, symbolischen und metaphorischen Arten der Grenzüberschreitungen weiblicher Körper in der Performancekunst auf, welche sich dabei in einer Weise präsentieren, welche vom Betrachter oft als unangebracht, kontrovers oder sogar ekelhaft zurückgewiesen wird. Basierend auf einer Analyse der Emotion des Ekels im Zusammenhang mit dem weiblichen Körper wird dabei deutlich, dass der ideale weibliche Körper nicht nur durch die biologische Funktion des Ekels kodiert ist, sondern darüber hinaus durch die gesellschaftliche Bedeutung des Ekels zu einem Symbol stabiler sozialer Ordnung geworden ist.

Anja Foerschner ist Kunsthistorikerin und Kuratorin mit einem Schwerpunkt in der zeitgenössischen Kunst. Nach einer Ausbildung zur Malerin und freien Grafikerin studierte sie Kunstpädagogik, Kunstgeschichte und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München bevor sie 2011 mit einer Dissertation zu den performativen Installationen Paul McCarthys in Kunstgeschichte promovierte. Von 2004 bis 2010 war sie am Münchner Haus der Kunst, von 2012 bis 2018 am Getty Research Institute in Los Angeles tätig. Ihre Forschungsinteressen sind Performancekunst der US-Westküste und des ehemaligen Yugoslavien, Feministische Kunst, die Emotion des Ekels in der Kunst und das Konzept idealer Schönheit in Kunst und visueller Kultur. Derzeit leitet sie ein internationales Forschungsprojekt zu Dokumentationsstrategien feministischer Performancekünstlerinnen und arbeitet an einem Buchmanuskript zu Frauen in der Kunst des ehemaligen Yugoslavien seit den 1970er Jahren.

 

Im Anschluss an den Vortrag lassen wir diesen gemeinsam mit Frau Foerschner bei einem Sektempfang ausklingen.

Wir freuen uns über zahlreiches Kommen und interessante Gespräche.

Mit vorfreudigen Grüßen,
deine Fachgruppe Kunstgeschichte


Abbildung:
Marta Jovanović, “Motherhood”, filmstill aus dem Dokumentarfilm, “Born Just Now” von Robert Adanto, 2018

Details

Datum:
4. Juli
Zeit:
17:30 - 22:30

Veranstalter

Fachgruppe Kunstgeschichte

Veranstaltungsort

M17.52 (KII)
Keplerstraße 17
Stuttgart, 70174 Deutschland
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